5. Juni 2016

Nachricht

Wohnraum für Flüchtlinge gesucht

Nur 3,82 qm Wohn- u. Schlaffläche pro Flüchtling in Stade!

Die Zeit der Turnhallen ist passé - aber die Wohnsituation vieler Flüchtlinge ist trotzdem oft noch sehr schwierig. Sie leben leben zwar jetzt in der Stadt verteilt in sog. "Wohnungen", aber aus Kostengründen auch dort auf engstem Raum und ohne jegliche Privatsphäre.

So müssen sich beispielsweise 10 syrische Männer in Stade ein 7,1 qm (!) großes "Wohnzimmer" teilen und in 3 Schlafräumen wohnen, von denen einer (für 2 Personen) ebenfalls diese Größe hat und zwei weitere - für jeweils 4 (!) Personen - auch nur jeweils 12 qm groß sind. Das bedeutet für 10 Personen eine Wohn- und Schlaffläche von 3,82 qm pro Person. Unter diesen Umständen wird das Bett für die meisten zur einzigen Aufenthaltsmöglichkeit im Zimmer und zum einzigen Rückzugsraum - und das für viele Monate!

Zum Vergleich: Nach der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung stehen einem männlichen Schwein (Eber) immerhin 6 qm als Mindestfläche zu.

Dieselbe Größe betrachen Obergerichte auch als Mindestgröße für Hafträume von Gefangenen im offenen Vollzug.

Leider gibt es in Niedersachsen - anders als in vielen anderen Bundesländern - keine Mindeststandards für die Unterbringung von Asylbewerbern. Nur so scheint zu erklären, dass es möglich ist, die Küche im erwähnten Fall in einem Keller unterzubringen, der lediglich 1,80 m Raumhöhe hat. Da heißt es für größere Personen schon einmal: "Kopf einziehen!"

Dagegen gibt es in anderen Fällen durchaus Mindeststandards, wie z. B. für die Unterbringung von Saisonarbeitern. Für sie gelten immerhin 8 qm pro Person ohne Berücksichtigung von Nebenflächen wie Bad, Flur oder Küche. Davon können Flüchtlinge nur träumen.

Wenn man weiß, über welch langen Zeitraum sich Asylverfahren hinziehen, kann man sich vorstellen, welche Belastung es ist, über viele Monate und vermutlich sogar länger als ein Jahr auf so engem Raum mit wildfremden Menschen zusammengepfercht zu sein.

Verständlich, dass viele Betroffene sich nach einer Wohnalternative sehnen.

Wer helfen und ein Zimmer oder eine Wohnung anbieten kann, melde sich gern.

Insbesondere für Flüchtlinge aus Ländern mit einer hohen Bleibeperspektive ist es ggf. es möglich, dass die Hansestadt Stade als sog. "Brückenmieter" zunächst den Mietvertrag abschließt. Dieser Vertrag kann später - nach Anerkennung - auf den Flüchtling übertragen werden.

Für Flüchtlinge im Verfahren, aber auch für solche, deren Asylverfahren mittlerweile positiv abgeschlossen werden konnte, werden jetzt zunehmend bezahlbare Wohnungen oder möblierte Zimmer (mit WC/Dusche und Kochgelegenheit) benötigt. Große Nachfrage besteht nach Wohnungen bis 50 qm Wohnfläche. Besonders schwierig ist es aber auch für kinderreiche Familien, eine ausreichend geräumige Bleibe zu finden - deshalb kommen auch sehr große Wohnungen oder sogar Häuser in Frage!

 

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