mindestens haltbar...

Diakon koordiniert seit Jahresbeginn Netzwerk

Foto: Beneke 

STADE. Sein Terminkalender wird immer voller, ein Antrittsbesuch folgt dem nächsten. Kein Wunder, denn Matthias Witzig ist neu in Stade. Seit Januar fungiert er als hauptamtlicher Koordinator der Initiative „Nachbarn im Stadtteil“, die Freizeitangebote für Menschen aus Hahle, Haddorf und Wiepenkathen ins Leben ruft.

Der 58-Jährige bekleidet eine zunächst auf drei Jahre befristete Vollzeitstelle als Diakon und Projektkoordinator. Offizieller Träger ist die evangelisch-lutherische Markuskirchengemeinde. Finanziert wird seine Arbeit von der Wohnstätte Stade, dem Innovationsfonds der Hannoverschen Landeskirche und aus Spendengeldern. Witzig versteht sich als Ansprechpartner für alle Bewohner der Stadtteile Hahle, Haddorf und Wiepenkathen – unabhängig von ihrer Religion, Konfession oder Herkunft. Schwerpunktmäßig möchte er die Aktivitäten des Netzwerks „Nachbarn im Stadtteil“ koordinieren und ausbauen.

Vor eineinhalb Jahren fanden sich auf Initiative von Markuskirchenpastor Volker Dieterich-Domröse und Haddorfs Ortsbürgermeister Torsten Schmidt dutzende Bürger zusammen, um eine bedarfsgerechte Seniorenarbeit auf die Beine zu stellen. Viele ältere Menschen wünschten sich spannende Freizeitangebote vor Ort, so dass sich binnen weniger Monate unter anderem Handarbeits-, Sport- und Kochkurse bildeten. Das Engagement trägt Früchte: Am Haddorfer Waldrand konnte im Juni ein neuer Boule-Platz eingeweiht werden; in der Vorweihnachtszeit organisierte das Netzwerk einen „Lebendigen Adventskalender“.

Nun ist es an Witzig, weitere Mitstreiter für die bestehenden Gruppen zu finden und zusammen mit den Menschen aus den drei Stadtteilen zusätzliche Angebote anzuschieben. Er wünscht sich, dass die Bürger in ihren Vierteln lernen, stärker aufeinander zu achten und füreinander Verantwortung übernehmen. Dazu zählen Einkaufshilfen und Botengänge für Kranke und Alte ebenso wie kleinere Reparaturen in der Wohnung des Nachbarn. Witzigs Ziel ist „ganz viel Begegnung“ zwischen den Einwohnern von Hahle, Haddorf und Wiepenkathen.

Ihm liegen besonders die generationenübergreifenden Zusammenkünfte am Herzen. Er möchte alle wichtigen Institutionen – Kindergärten, Schulen, Vereine – an einen Tisch bringen: „Nur so können wir in Fällen von akuter sozialer Not schnell reagieren.“ Denkbar seien auch Projekte mit Jugendlichen, Migranten und Flüchtlingen.

In den letzten Tagen hat der Diakon bereits erste Kontakte zu Kirchenvorstehern, Netzwerkgruppen und Seniorenkreisen geknüpft: „Ich bin mir sicher, dass ich in dieser lebhaften Gemeinde sehr gute Partner finden werde. Die Leute haben tolle Ideen“, freut sich der Projektmanager, der jahrzehntelange Erfahrung in der sozialdiakonischen Arbeit mitbringt.

Witzig wurde 1957 in Wolfenbüttel geboren. Er wuchs im Harz auf, ging in Goslar zur Schule. Nach einem Studium der Religionspädagogik in Hannover zog es ihn in den Kirchenkreis Gifhorn, wo er in der Jugendarbeit tätig war. Parallel ließ sich Witzig zum Supervisor ausbilden, bietet seitdem zusätzlich Ehe- und Lebensberatung an. Ein neunjähriger Auslandsaufenthalt führte ihn nach Toulouse. Dort half er beim Aufbau einer deutsch-christlichen Gemeinschaft. Zuletzt kümmerte sich Witzig für den Kirchenkreis Burgdorf um sozialpädagogische und musikalische Projekte. Neben dem Radfahren gilt seine größte Leidenschaft nämlich der Musik. Der 58-Jährige spielt Gitarre, singt und schreibt eigene Stücke. Mit zwei befreundeten Instrumentalisten gründete er das „Matthias-Witzig-Ensemble“; das Trio gibt „ausdrucksstarke Chansonpoesie“ zum Besten. Die „Lieder über das Leben“ sollen ihn auch in Stade bekannt machen. Am 1. März gibt der Liedermacher ab 18 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Wiepenkathen ein Begrüßungskonzert.

Kontakt: 0 41 41 / 84 20 8, matthias.witzig(at)evlka.de.

www.nachbarnimstadtteil.de

Quelle: Text von Daniel Beneke, Stader Tageblatt vom 12.02.2015